Big John: Wie ein Triceratops-Skelett zum Millionenobjekt wurde

Big John Triceratops

66 Millionen Jahre alt, 8 Meter lang und 2021 für umgerechnet 6,6 Millionen Euro versteigert: "Big John" ist das größte bekannte Triceratops-Skelett der Welt und wurde in einem Pariser Auktionshaus statt in einem Naturkundemuseum verkauft. Clemens Aldenbrock macht diesen realen, gut dokumentierten Fall im Kapitel "Big John - ein Triceratops wird zur Wertanlage" seines Buches "Evolutium" zum Ausgangspunkt seiner grundsätzlichen Kritik.

Die Fakten zu Big John

Das Fossil wurde 2014 in South Dakota entdeckt und stammt aus der Hell-Creek-Formation - einer der ergiebigsten Fossilienfundstellen Nordamerikas für Dinosaurier der späten Kreidezeit. Der Verkauf durch das Auktionshaus Drouot in Paris an einen privaten amerikanischen Sammler für 6,6 Millionen Euro ist öffentlich dokumentiert und gilt bis heute als einer der teuersten Dinosaurier-Verkäufe der Geschichte.

"Dinosaurier als Ware": Das übergeordnete Kapitel

Big John steht im Buch nicht allein: Direkt davor behandelt Aldenbrock das übergeordnete Kapitel "Dinosaurier als Ware - wenn Geschichte unter den Hammer kommt", direkt danach folgen "Gorgosaurus - sechs Millionen Dollar für einen Namen, den kaum jemand kennt" und "Barry der Camptosaurus". Die zentrale These: Wenn Fossilien wie Kunstwerke oder Luxusgüter gehandelt werden, spreche das für ein kommerzielles statt rein wissenschaftliches Interesse an der Dinosaurier-Erzählung.

Die eigentliche wissenschaftliche Debatte dahinter

Unabhängig von der Kommerzialisierungsfrage ist der private Verkauf von Fossilien unter Paläontologen tatsächlich umstritten - allerdings aus einem anderen Grund als dem, den das Buch anführt: Fachgesellschaften wie die Society of Vertebrate Paleontology kritisieren private Fossilienverkäufe, weil wissenschaftlich bedeutsame Exemplare dadurch der öffentlichen Forschung entzogen werden können - nicht, weil das Alter der Fossilien angezweifelt würde. Wie das tatsächliche Alter von Dinosauriern radiometrisch bestimmt wird, erklären wir im Artikel Wie alt sind Dinosaurier wirklich?.

Vom Einzelfall zur Generalthese

Aldenbrock nutzt den realen, unstrittigen Kommerzialisierungs-Trend als Sprungbrett für seine weiterreichende These, dass die gesamte Dinosaurier-Erzählung selbst konstruiert sei - ein Argumentationsschritt, der über das hinausgeht, was der Auktionsmarkt allein belegen kann.

Die vollständige Sammlung skurriler Fälle im Hörbuch

Im Hörbuch "EVOLUTIUM: Die Dinosaurierlüge" geht Clemens Aldenbrock neben Big John auch bekannte Fälschungsfälle und die Geschichte einzelner Saurierarten wie dem Tyrannosaurus Rex durch.

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Auch als Taschenbuch erhältlich

Diese Geschichte gibt es auch zum Selberlesen: "Evolutium: Die Dinosaurierlüge".

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