Der Bloop und Cthulhu: Warum ein Meeresgeräusch an Lovecraft erinnert

Bloop und Cthulhu

Zwischen dem Kapitel über die Koordinaten des Bloop-Geräuschs und dem Kapitel "Die offizielle Erklärung" schiebt Maxim Kern in seinem Buch "BLOOP" ein Kapitel ein, das auf den ersten Blick nicht dorthin zu gehören scheint: "Lovecraft und Cthulhu".

Was der Bloop tatsächlich war

Der "Bloop" ist ein 1997 von Unterwassermikrofonen der US-amerikanischen NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) aufgezeichnetes, extrem lautes Unterwassergeräusch, dessen Ursprung zunächst rätselhaft blieb. Die NOAA selbst klärte den Fall Jahre später offiziell auf: Es handelt sich um ein sogenanntes "Icequake" - das Geräusch brechender antarktischer Eisschelfs, ein Phänomen, das später mehrfach mit ähnlichen Aufnahmen bestätigt wurde. Wie genau dieser Fall wissenschaftlich eingeordnet wird, haben wir bereits im Artikel Das Bloop Phänomen von 1997 ausführlich behandelt.

Die Cthulhu-Verbindung: Zufall der Koordinaten

Was das Geräusch populär machte, war ein geografischer Zufall: Die von der NOAA georteten Koordinaten des Bloop lagen relativ nah an jener fiktiven Position im Südpazifik, die H. P. Lovecraft 1928 in seiner Kurzgeschichte "Ruf des Cthulhu" als Schlafort seines Titelmonsters R'lyeh beschrieben hatte. Diese räumliche Nähe zwischen realer Aufnahme und jahrzehntealter Fiktion ist der eigentliche Kern des populären Mythos - nicht etwa eine inhaltliche Verbindung zwischen Lovecrafts Werk und der NOAA-Aufnahme.

Warum Kern die Verbindung trotzdem aufgreift

In seinem Buch nutzt Maxim Kern diesen Zufall bewusst als atmosphärisches Element, bevor er im folgenden Kapitel die offizielle Erklärung präsentiert - eine erzählerische Technik, die typisch für das gesamte Buch ist: reale akustische Daten aus öffentlichen NOAA-Archiven, eingebettet in eine Atmosphäre aus Seemannsgarn und Popkultur-Referenzen.

Von Julia bis Upsweep: Weitere reale NOAA-Aufnahmen

Der Bloop ist übrigens nicht die einzige rätselhafte Aufnahme im Buch: Kapitel wie "Julia", "Upsweep" und "Slow Down" behandeln weitere, tatsächlich öffentlich zugängliche NOAA-Tonaufnahmen, die alle mittlerweile geophysikalisch erklärt sind - vom Maßstab her aber bis heute beeindrucken.

Die vollständige Geschichte im Taschenbuch

Im Taschenbuch "BLOOP: Stimmen aus der Tiefe" führt Maxim Kern alle diese Aufnahmen zusammen - von der Entdeckung 1997 bis zur Frage, was Kampftaucher in denselben Gewässern erlebt haben wollen.

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