Die Keimtheorie-Debatte: Wie eine über 100 Jahre alte Lehre infrage gestellt wird

Krankmachende Keime gegen den gesunden Körper, Duell-Motiv – Titelbild mit Schriftzug Was macht uns krank?

Seit den Arbeiten von Louis Pasteur und Robert Koch im 19. Jahrhundert gilt die Keimtheorie, also die Vorstellung, dass Krankheiten durch spezifische Mikroorganismen verursacht werden, als eine der am besten bestätigten Grundlagen der modernen Medizin. Trotzdem gibt es eine hartnäckige Gegenströmung, die genau daran rüttelt. Das Buch „Die Viruslüge“ von Clemens Aldenbrock widmet dieser Kritik ein ganzes Kapitel. Woher kommt sie, und was ist dran?

Die historische Alternative: die Terraintheorie

Der Kritik an der Keimtheorie liegt meist eine ältere Gegenposition zugrunde: die sogenannte Terraintheorie, die auf den französischen Physiologen Antoine Béchamp zurückgeht, einen Zeitgenossen und wissenschaftlichen Rivalen Pasteurs. Béchamps Kernthese war, dass nicht der Erreger selbst, sondern der Gesundheitszustand des „Terrains“, also des Körpers, darüber entscheide, ob eine Krankheit ausbricht. In der etablierten Wissenschaft gilt diese Position heute als weitgehend widerlegt. In Teilen alternativer Gesundheitsbewegungen erlebt sie dagegen bis heute eine Renaissance.

Was das Buch konkret behauptet

Aldenbrock geht Kapitel für Kapitel verschiedene historische Krankheitsfälle durch, von der Spanischen Grippe über Polio bis zu SARS, und stellt für jeden Fall die offizielle Erklärung der alternativen Terrain-Deutung gegenüber. Diese Gegenüberstellung bildet den roten Faden des gesamten Buches. Es ist eine Streitschrift, kein Lehrbuch, und genau als solche will sie gelesen werden.

Warum diese Debatte außerhalb des Mainstreams geführt wird

Für ein faires Verständnis ist wichtig: Praktisch die gesamte etablierte Virologie, Mikrobiologie und Epidemiologie sieht die Keimtheorie als gut bestätigt an, gestützt unter anderem durch die Koch'schen Postulate und die moderne Genomsequenzierung von Erregern. Kritiker der Keimtheorie argumentieren dagegen meist außerhalb etablierter Fachzeitschriften. Wer das Buch hört, hört also bewusst die Minderheitsposition, nicht den Stand der Wissenschaft. Wie diese generelle Skepsis gegenüber der Schulmedizin entsteht und warum sie für manche Menschen attraktiver erscheint als etablierte Erklärungen, haben wir im Artikel Gesundheitsskepsis verstehen eingeordnet.

Ein Thema, das der Autor als sein wichtigstes bezeichnet

Aldenbrock selbst nennt „Die Viruslüge“ sein bislang wichtigstes Buch, wichtiger noch als sein früheres Werk zur sogenannten Atombombenlüge. Seine Begründung: Anders als andere Themen betreffe die Frage nach Ansteckung und Krankheit jeden Menschen direkt und werde seiner Ansicht nach als Angstinstrument eingesetzt. Ob man ihm folgt oder nicht, die Vehemenz, mit der er argumentiert, macht neugierig, wie er es begründet.

Die vollständige Argumentation im Hörbuch

Im Hörbuch „DIE VIRUSLÜGE – Was dir die Ärzte im Widerstand verschweigen!“ geht Clemens Aldenbrock seine Thesen Kapitel für Kapitel durch, von der Ansteckungslehre bis zur germanischen Heilkunde. Bitte beachte: Es handelt sich um eine kontroverse, alternative Position, die keine medizinische Beratung ersetzt. Wenn du dir die Argumente einmal vollständig anhören und selbst ein Urteil bilden willst, findest du sie hier am Stück.

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Auch als Taschenbuch erhältlich

Diese Geschichte gibt es auch zum Selberlesen: „Die Viruslüge“.

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