Little St. James: Die Insel und die Flugprotokolle

Die Insel der Geheimnisse #epsteinakte

Kaum ein Ort ist so eng mit dem Fall Epstein verknüpft wie seine private Karibikinsel Little St. James in den US Virgin Islands - und kaum ein Dokument wurde so oft zitiert wie die Logbücher seines Privatjets. Beide sind real und teilweise öffentlich einsehbar, werden in Online-Diskussionen jedoch häufig missverstanden oder überinterpretiert.

Die Insel: Kauf, Ausbau, Ermittlungen

Epstein erwarb Little St. James 1998 und baute sie in den Folgejahren zu einem privaten Anwesen mit Haupthaus, Gästevillen und diversen Nebengebäuden aus. Nach seiner Verhaftung 2019 durchsuchten FBI-Ermittler die Insel offiziell und stellten Beweismittel sicher; die Generalstaatsanwältin der US Virgin Islands erhob 2020 zudem eine eigene zivilrechtliche Klage gegen Epsteins Nachlass wegen des Verdachts auf Menschenhandel auf der Insel, die 2022 mit einem Vergleich über mehrere Millionen US-Dollar endete. Die Insel wurde 2023 verkauft.

Die Flugprotokolle: Was tatsächlich vorliegt

Als "Flugprotokolle" werden die im Zuge verschiedener Gerichtsverfahren offengelegten Logbücher von Epsteins Privatjets bezeichnet, die Ziele, Daten und teils Passagierlisten festhalten. Diese Dokumente wurden im Rahmen der zivilrechtlichen Verfahren gegen Maxwell ab 2020 schrittweise entsiegelt und sind teilweise öffentlich einsehbar. Sie belegen, dass zahlreiche prominente Personen zu verschiedenen Zeitpunkten mit Epsteins Flugzeugen gereist sind.

Warum ein Flugeintrag allein kein Beweis ist

Juristisch und journalistisch entscheidend ist eine Unterscheidung, die in der öffentlichen Debatte häufig verloren geht: Ein Eintrag in einem Flugprotokoll oder Terminkalender belegt lediglich, dass eine Reise oder ein Treffen stattfand - er belegt für sich genommen keine Kenntnis von oder Beteiligung an Straftaten. US-Gerichte haben in mehreren Verfahren rund um den Fall genau diese Unterscheidung betont, weshalb seriöse Berichterstattung Flugeinträge stets von tatsächlichen, gerichtlich geprüften Vorwürfen trennt.

Die 2024 veröffentlichten Gerichtsdokumente

Ende 2023 und im Januar 2024 gab ein New Yorker Bundesgericht im Zuge des zivilrechtlichen Verfahrens Virginia Giuffre gegen Ghislaine Maxwell hunderte weitere Seiten an Gerichtsdokumenten frei, was international große Medienaufmerksamkeit auslöste. Auch diese Veröffentlichung enthielt überwiegend bereits bekannte Namen aus früheren Aussagen und Flugprotokollen, jedoch keine neuen strafrechtlichen Verurteilungen weiterer Personen.

Die Perspektive des Buches

Das Taschenbuch "DIE EPSTEIN-FILES: Was uns verschwiegen wurde!" von Hannes Sturm greift Insel und Flugprotokolle als zentrale Ausgangspunkte seiner weiterführenden Netzwerk-These auf. Für eine seriöse Einordnung bleibt entscheidend, zwischen dokumentiert vorliegenden Fakten - Insel, Flugbewegungen, zivilrechtliche Vergleiche - und den darüber hinausgehenden Schlussfolgerungen zu unterscheiden, die das Buch daraus zieht.

Auch als Taschenbuch erhältlich

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