Der Ussher-Lightfoot-Kalender: Wie alt ist die Erde wirklich?

Ussher-Lightfoot-Kalender

23. Oktober 4004 v. Chr., mittags - so genau datierte der irische Bischof James Ussher im 17. Jahrhundert den Beginn der Erdgeschichte. Das Buch "Mudfossils" von Clemens Aldenbrock beruft sich explizit auf diese jahrhundertealte Berechnung, um die etablierte Vorstellung einer Jahrmilliarden alten Erde infrage zu stellen.

Wer war James Ussher?

James Ussher (1581-1656) war Erzbischof von Armagh und einer der angesehensten Gelehrten seiner Zeit. In seinem Werk "Annales Veteris Testamenti" (1650) rekonstruierte er anhand der Geschlechterfolgen und Zeitangaben im Alten Testament ein exaktes Datum für den biblischen Schöpfungsbeginn. Später ergänzte der Theologe John Lightfoot diese Berechnung um eine noch genauere Uhrzeit - daher der bis heute gebräuchliche Name "Ussher-Lightfoot-Kalender".

Warum diese Berechnung jahrhundertelang Gewicht hatte

Was heute wie eine Kuriosität wirkt, war lange akademischer Standard: Bis ins 19. Jahrhundert wurde Usshers Datierung in zahlreichen englischsprachigen Bibelausgaben als Randnotiz mitgedruckt, wodurch Generationen von Lesern sie als quasi-offizielles Erdalter kennenlernten. Erst mit der Geologie des 19. Jahrhunderts und später der Radiometrie geriet die Berechnung in akademische Vergessenheit.

Die Verbindung zu "Intel 4004"

Eine bemerkenswerte Verknüpfung, die Aldenbrock in seinem Vorwort zieht: den ersten Mikroprozessor der Welt, den Intel 4004 von 1971. Für den Autor ist die Zahlenwahl kein Zufall, sondern ein bewusst platzierter Hinweis - eine Interpretation, die typisch ist für die Numerologie-Argumentation innerhalb der "Wahrheitsbewegung", der zufolge Institutionen "Signaturen" in Produktnamen und Daten hinterlassen. Wie diese Argumentationsweise sich auch auf die Debatte um das Erdalter und die Kreationismus-Bewegung insgesamt überträgt, haben wir im Artikel Junge-Erde-Kreationismus einfach erklärt eingeordnet.

Mudfossils als vermeintlicher Beleg

Im Buch dienen die von Aldenbrock seit 2017 gesammelten "Mudfossil"-Bilder als praktische Ergänzung zur Ussher-Lightfoot-These: Gesteinsformationen, die seiner Deutung nach einst lebende Riesenwesen waren und die er nicht mit Jahrmillionen, sondern mit einer Zeitspanne von wenigen Jahrtausenden seit dem postulierten Schöpfungsdatum in Verbindung bringt.

Die vollständige Bildersammlung im Hörbuch

Im Hörbuch "MUDFOSSILS - Die Wahrheit über unsere versteinerte Vergangenheit" führt Clemens Aldenbrock seine über 500 gesammelten Bilder mit der Ussher-Lightfoot-Zeitrechnung und der biblischen Sintflut-These zusammen.

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Auch als Taschenbuch erhältlich

Diese Geschichte gibt es auch zum Selberlesen: "Mudfossils: Die Wahrheit über unsere versteinerte Vergangenheit".

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