Atlantis und die Sintflut-Legenden der Welt

Die Flut, die alle Kulturen kennen - Atlantis Sintflut

Eine gewaltige Flut, die fast die gesamte Menschheit auslöscht, ein einzelnes Boot oder wenige Überlebende, ein Neuanfang danach: Diese Grundstruktur findet sich in Mythologien von Mesopotamien bis Mesoamerika, von Skandinavien bis China. Kaum ein Motiv der Menschheitsgeschichte ist so weit verbreitet wie der große Flutmythos - und kaum eines wird so unterschiedlich erklärt.

Gilgamesch, Noah und Utnapischtim

Die älteste schriftlich überlieferte Flutgeschichte stammt aus Mesopotamien: Im Gilgamesch-Epos, das auf noch ältere sumerische Vorlagen zurückgeht, warnen die Götter den Weisen Utnapischtim vor einer kommenden Sintflut und weisen ihn an, ein Boot zu bauen. Die biblische Erzählung von Noah in Genesis 6-9 weist auffällige strukturelle Parallelen auf - ein Umstand, der bereits seit der Entdeckung der Gilgamesch-Tafeln im 19. Jahrhundert intensiv erforscht wird und heute überwiegend auf einen gemeinsamen altorientalischen Erzählraum zurückgeführt wird.

Nicht nur der Nahe Osten

Auffällig ist jedoch, dass Flutmythen keineswegs auf den Nahen Osten beschränkt sind. Die Hindu-Tradition kennt Manu, der von einem Fisch vor einer Sintflut gewarnt wird; in der griechischen Mythologie überleben Deukalion und Pyrrha eine von Zeus gesandte Flut; in Mesoamerika erzählt das Maya-Buch Popol Vuh von einer Zerstörung einer früheren, misslungenen Menschheit durch eine große Flut; auch in China, Skandinavien, Australien und bei zahlreichen indigenen Völkern Nord- und Südamerikas finden sich strukturell ähnliche Erzählungen.

Die diffusionistische Erklärung

Genau diese globale Verbreitung war für Ignatius Donnelly 1882 einer der Hauptbeweise seiner Atlantis-These: Wenn so viele, geografisch weit voneinander entfernte Kulturen von derselben Flut erzählten, so sein Argument, müsse es sich um die verzerrte gemeinsame Erinnerung an ein einziges, real erlebtes Katastrophenereignis handeln - eben den Untergang von Atlantis. Wie Donnelly zu dieser Gesamtthese kam, ordnet der Artikel Ignatius Donnelly: Der Mann, der Atlantis 1882 wiederentdeckte ein.

Was die vergleichende Mythologie heute sagt

Die moderne vergleichende Religions- und Mythenforschung erklärt die globale Verbreitung von Flutmythen heute überwiegend anders: zum einen durch tatsächliche, aber lokal begrenzte Überschwemmungskatastrophen, die in praktisch jeder Flussgesellschaft irgendwann vorkommen und ähnliche Erzählmuster hervorbringen; zum anderen durch das nach dem Ende der letzten Eiszeit vor rund 11.700 Jahren weltweit dramatisch gestiegene Meeresniveau, das reale Küstenregionen überflutete und in mündlichen Überlieferungen über Generationen weiterlebte. Eine einzige gemeinsame Ursprungszivilisation ist für diese Erklärung nicht notwendig.

Die Perspektive des Buches

Das Taschenbuch "ATLANTIS: Die Wahrheit über den versunkenen Kontinent!" von Max Ehrenberg schließt sich der älteren, diffusionistischen Lesart an und deutet die weltweiten Flutlegenden durchgehend als Erinnerung an den einen atlantischen Untergang. Ob man dieser Deutung folgt oder die nüchternere Erklärung der modernen Mythenforschung bevorzugt - unbestritten ist, dass kaum ein anderes Motiv so viele Kulturen über so große Distanzen hinweg verbindet.

Auch als Taschenbuch erhältlich

Diese Geschichte gibt es auch zum Selberlesen: "ATLANTIS: Die Wahrheit über den versunkenen Kontinent!".

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