Der Mittelatlantische Rücken: Geologische "Beweise" für Atlantis?

Der Beweis auf dem Meeresgrund - Mittelatlantischer Rücken

Er ist die längste Gebirgskette der Erde, verläuft über 16.000 Kilometer unter dem Atlantik von Island bis in die Nähe der Antarktis - und er ist seit über 150 Jahren das Lieblingsargument der Atlantis-Forschung: der Mittelatlantische Rücken. Doch was Atlantis-Autoren als "versunkenen Kontinent" deuten, erzählt der modernen Geologie zufolge eine ganz andere Geschichte.

Die Entdeckung im 19. Jahrhundert

Erste Hinweise auf eine unterseeische Erhebung im mittleren Atlantik lieferten Lotungen bei der Verlegung des ersten transatlantischen Telegrafenkabels ab 1858. Die britische Forschungsexpedition HMS Challenger (1872-1876) vermass die Struktur erstmals systematischer und weckte damit großes öffentliches Interesse - genau in jenen Jahren, in denen Ignatius Donnelly an seinem Atlantis-Buch arbeitete. Für Donnelly war die Entdeckung ein gefundenes Fressen: eine gewaltige, bislang unbekannte Erhebung mitten im Atlantik musste in seinen Augen der Rest des versunkenen Kontinents sein.

Was Plattentektonik wirklich zeigt

Die Entwicklung der Plattentektonik-Theorie ab den 1960er-Jahren klärte die tatsächliche Natur des Rückens vollständig auf: Es handelt sich um eine divergente Plattengrenze, an der die Eurasische und Nordamerikanische sowie die Afrikanische und Südamerikanische Platte kontinuierlich auseinanderdriften. An dieser Nahtstelle quillt beständig neues, vulkanisches Gestein aus dem Erdmantel auf und bildet neuen Meeresboden - ein Prozess namens Seafloor Spreading, der bis heute mit wenigen Zentimetern pro Jahr andauert und auf Island sogar oberirdisch sichtbar ist.

Warum das gegen Atlantis spricht

Radiometrische Altersbestimmungen des ozeanischen Gesteins am Mittelatlantischen Rücken zeigen ein Muster, das einem versunkenen Großkontinent widerspricht: Das Gestein wird zu beiden Seiten des Rückens systematisch älter, je weiter man sich von der Mittellinie entfernt - das älteste ozeanische Gestein des Atlantiks ist gerade einmal rund 180 Millionen Jahre alt. Für einen Kontinent, der laut Platon vor rund 11.600 Jahren unterging, müsste dort hingegen uraltes, kontinentales Krustengestein liegen - das findet sich am Rücken jedoch nicht.

Woher kommt die Verwechslung?

Isländische und andere vulkanische Inseln entlang des Rückens werden in der alternativen Literatur häufig als "Bergspitzen" des versunkenen Kontinents gedeutet. Geologisch handelt es sich dabei jedoch um aktive vulkanische Aufbauten entlang der Plattengrenze selbst - junge Formationen also, keine Überreste einer viel älteren, versunkenen Landmasse. Wie Ignatius Donnelly diese und ähnliche geologische Fehldeutungen 1882 erstmals popularisierte, zeigt der Artikel Ignatius Donnelly: Der Mann, der Atlantis 1882 wiederentdeckte.

Die Deutung im Taschenbuch

Das Taschenbuch "ATLANTIS: Die Wahrheit über den versunkenen Kontinent!" von Max Ehrenberg greift den Mittelatlantischen Rücken als geografischen Fixpunkt seiner Azoren-Rahmenhandlung auf und positioniert die Inselgruppe explizit als sichtbaren Rest der versunkenen Zivilisation. Für Leser, die sich für die Geschichte dieser jahrhundertealten geologischen Debatte interessieren, verbindet das Buch reale Ozeanografie-Geschichte mit einer spekulativen Erzählung.

Auch als Taschenbuch erhältlich

Diese Geschichte gibt es auch zum Selberlesen: "ATLANTIS: Die Wahrheit über den versunkenen Kontinent!".

→ Jetzt "ATLANTIS" als Taschenbuch entdecken